Mittwoch:
Fünf Tage vor meinem geplanten Start in der 2. Bundesliga mit dem Tri Team Hamburg: Letzte Aktivierungseinheit, währenddessen ein Anruf von unserem Kapitän Max: „Hey, Bock auf erste Liga in ein paar Tagen…?“, Ich so: „Ich rufe gleich zurück.“ Kurzer Call mit dem Coach – seine Antwort: „Ja, das ist eine einmalige Chance! Zwar nicht ideal für Sonntag, aber let’s go!“ Während ich auf dem Weg zur Arbeit war, rief ich Max zurück und sagte zu.

Donnerstag:
Aufgeregt stieg ich ins Auto und machte mich auf den Weg in den schönen Allgäu. Endlich traf ich auch die Jungs aus Hamburg wieder. Gemeinsam fuhren wir noch eine Runde über die Strecke. Die einen waren voller Vorfreude auf den Anstieg – ich eher so: „Pf, das wird hart.“ Als nicht ganz so starker Radfahrer hatte ich ordentlich Respekt. Im Hotel angekommen gab’s Pizza und lustige Gespräche in der Lobby, dann ging’s ins Bett: 120 cm Doppelbett. Zum Glück ist Max schlank.

Freitag – Race Day:
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir noch eine kurze Aktivierungseinheit, da der Start erst um 18 Uhr war. Max fuhr schon voraus und checkte vorab alles für uns. Beim Zusammenpacken wurden wir alle langsam nervös, aber auch die Vorfreude wuchs mit jeder Minute. Für Vincent und mich war es Premiere in der 1. Triathlon-Bundesliga – wir hatten nichts zu verlieren.

Nach einem guten Einschwimmen ging es zum Line-up: Lasse, Vincent, Fabian, Daniel und ich. Medien, Livestream, viele Zuschauer – einfach geil! Als letztes der 16 Teams wurden wir aufgerufen und hatten am Start leider keinen Platz mehr in der ersten Reihe. Das war für uns im Wasser ein klarer Nachteil. Zum Glück hatte uns der Moderator ins Herz geschlossen und versuchte uns mit einem sympathischen „Schmäh“ (die Bayern verstehen‘s) noch irgendwie in die Linie zu bringen – hat so semi funktioniert.

Startschuss – Musik an, und ab ging die Post!
Fabian und ich kamen gut durch und konnten das Tempo am Ende der Gruppe mitgehen. Knapp dahinter Lasse, weiter hinten Daniel und Vincent. Für unsere zwei starken Radfahrer grundsätzlich kein Problem, aber das Tempo und die Härte des Rennens muss man erlebt haben, um es zu glauben. Ab auf’s Rad, von wegen Windschattenrennen = „einfach mitrollen“. Die ersten zehn Minuten und die ständigen Attacken und Antritte tun richtig weh. Da vier von fünf Athleten ins Ziel kommen müssen, um gewertet zu werden, war für mich leider nach der Hälfte des Radfahrens Schluss – ich war einfach durch und konnte nicht mehr treten.

Fabian und Lasse waren noch gut platziert und gingen auf die knallharte Laufstrecke bestehend aus zwei Runden, quer durch Wald, Wiese und inklusive Kuhsteig. Daniel und Vincent hatten auf dem Rad eine starke Leistung gezeigt, wurden aber vom „First Runner – Last Biker“-Szenario überrascht und durften das Rennen dadurch nicht beenden. Es war wirklich knapp – aber auf diesem Niveau ist es einfach gnadenlos. Mit drei Minuten Rückstand nach dem Radfahren wurden die beiden aus dem Rennen genommen und durften folglich nicht mehr laufen. Fabianund Lasse holten auf der anspruchsvollen Laufstrecke nochmal alles raus und liefen voller Stolz über die Ziellinie.

Fazit: Leider sind wir in der 1. Liga in allen Disziplinen (noch) nicht auf dem professionellen Level, wie die anderen Teams, aber wir haben die Herausforderung angenommen. Und wir sind uns einig: Wir würden es wieder tun! Nächstes Jahr greifen wir mit dem gleichen Team erneut an, um 2027 wieder in der 1. Liga als Tri Team Hamburg gelistet zu sein.

Text: Dejan Popovic
Bilder: Bianka Viola Hartwig